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MAKING OF

Die Idee für Walking with Dinosaurs kam erstmals 1996 auf. Damals arbeitete ich bei der BBC als Produzent für das Wissenschaftsfernsehen und wusste, dass man gerne eine große Serie zum Thema Paläontologie bringen wollte. Vor allem war man daran interessiert, ein möglichst breites Publikum zu erreichen, um dem Thema neues Leben einzuhauchen. Es waren erst ein paar Jahre vergangen, seit Jurassic Park auf der großen Leinwand zu sehen war. Dieser Film setzte neue Maßstäbe bezüglich der Darstellung von Dinosauriern. Naiv wie ich war schlug ich vor, mit denselben technischen Verfahren eine Serie von prähistorischen, naturgeschichtlichen Programmen zu produzieren. Ich hatte ein Bild von einem kleinen Raptor beim Versuch, im Abendlicht eines Sommers in der Kreidezeit Libellen zu fangen – eines dieser außergewöhnlichen Tiere bei einer ganz normalen und natürlichen Handlung. Insgesamt wollte man ein beeindruckendes Erlebnis schaffen, das gleichermaßen spektakulär und informativ ist.

Je intensiver ich mich jedoch mit der Materie beschäftigte, desto bewusster wurde mir, wie schwierig die Umsetzung werden würde. Das erste Angebot, das bei mir für die Erstellung dieser Computerdinosaurier unterbreitet wurde, waren 10.000 US-Dollar pro Sekunde, was weit über einem TV-Budget lag. Man muss in diesem Zusammenhang auch bedenken, dass die Dinosaurier in Jurassic Park nur etwa neun Minuten zu sehen waren. Wir brauchten drei Stunden. Also konzentrierten sich meine ursprünglichen Ideen vor allem auf die Insekten, Pflanzen und Landschaften des Mesozoikums und ab und an war auch mal ein Dinosaurier zu sehen. Glücklicherweise führte mich meine Suche nach Grafikunternehmen in Großbritannien zu Framestore, wo ich Mike Milne traf. Er verstand genau, was ich erreichen wollte und offerierte eine Flexibilität und Vorstellungskraft, die uns dabei behilflich war, die Kosten für die Animation zu drosseln. Plötzlich war es mir Dank Mike und seinem Team möglich, ein Programm voller Dinosaurier zu haben.

Wir drehten einen sechsminütigen Pilotfilm unter ein paar alten Mittelmeer-Kiefern in Zypern. Mehr brauchten wir nicht, um die BBC, Discovery und BBC Worldwide von der Finanzierung der Serie zu überzeugen. Es war äußerst wichtig, dass dieses Bild der Vergangenheit so genau wie möglich dargestellt werden müsste, auch wenn es ausschließlich auf wissenschaftlichen Vermutungen beruhen würde. Sechs Monate lang beschäftigten wir uns mit nichts anderem als der Recherche – wir trafen eine sorgfältige Auswahl der Momente im Mesozoikum, über die Wissenschaftler das Meiste wussten.

Zur Schaffung eines vollständigen Bildes der Vergangenheit benötigten wir alle Informationen, die wir bekommen konnten. Im Zeitraum zwischen dem Sommer 1997 und dem Winter 1998 reisten der Produzent Jasper James und ich gemeinsam mit einem kleinen Produktionsteam zu einigen der letzten Plätze auf der Erde, an denen noch alte Pflanzen und Bäume überlebt haben. Diese dienten uns als passender Hintergrund für unsere Dinosaurier. Diese kleinen Flecke unberührter Wildnis gehören zu den schönsten Orten auf dem Planeten und wir fühlten uns wahrhaft privilegiert, ein paar Wochen dort filmen zu dürfen. Zu diesen Orten zählten zum Beispiel die Araukarienwälder in Neukaledonien und Südchile, die Mammutbaumwälder in Kalifornien, die Buchenrinne auf der Südinsel Neuseelands und das Labyrinth in Tasmanien.

Während die Filmteams in den Wäldern des Südpazifiks viele wunderschöne Landschaftsaufnahmen mit nichts darin machten, begannen Mike Milne und sein Team von Animatoren mit der Arbeit an den Dinosauriern. Mit viel beratender Unterstützung von Paläontologen erstellten wir akkurate Modelle von fast 20 Dinosauriern (und mehreren anderen eigenartigen und wundervollen Geschöpfen aus derselben Zeit) und scannten diese dann im Computer ein. Das Team stand dann vor einer gewaltigen Aufgabe. Sie versuchten etwas, das es so noch nicht gab – nicht einmal in Hollywood: Stunden mit qualitativ hochwertiger, photorealer Animation. Die Animation der ersten Folge dauerte ein Jahr. Als jedoch Mikes Team die kleinen Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte, dauerten die letzten fünf nur sechs Monate.

Sobald unsere Geschöpfe einsatzbereit waren, sahen sie bezaubernd aus und plötzlich erwachte die Ära zum Leben – gehen, laufen, fressen und kämpfen, eine ganze Menagerie an Geschöpfen, von denen man die meisten nur aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften kannte. Als ich zum ersten Mal die Bilder unseres Polarallosaurus unter Podocarp-Bäumen in Neuseeland sah, wusste ich, dass wir etwas ganz Besonderes geschaffen hatten. Die sechs halbstündigen Sendungen wurden abgeschlossen und die erste Fernsehübertragung lief im Oktober 1999 auf BBC1.

TIM HAINES
Schöpfer und Produzent der BBC-Serie ‚Walking With Dinosaurs‘

alledinos

FAKTEN ZUR SHOW

  • Die Show wurde in über 250 Städten weltweit gezeigt
  • Über 9 Millionen Besucher haben die Show seit Beginn gesehen
  • Ein 3-köpfiges Team wird für die Bedienung eines Dinosauriers benötigt
  • Jeder große Dinosaurier wiegt ca. 1,5 Tonnen
  • 21 Lkws (je 14,5 Meter lang) werden für den Transport der Produktion benötigt
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